5 Tipps zum Erziehen ohne Schimpfen

Viele Eltern kennen die typischen Stresssituationen an der Supermarkt-Kasse, beim morgendlichen Anziehen oder abends vor dem Schlafengehen. Wenn sie nach einem langen Arbeitstag müde sind oder unter Zeitdruck stehen und die Kinder nicht reagieren wie gewünscht, kommt es häufig dazu, dass Eltern schimpfen. Jedoch bewirkt oftmals Schimpfen oder Bestrafung bei Kindern genau das Gegenteil und sie machen erst recht nicht das, was von ihnen verlangt wird. Wie Erziehen ohne Schimpfen funktioniert und warum eine Erziehung mit Meckern nicht viel bringt, erfährst du hier.

3 Gründe, die für eine Erziehung ohne Schimpfen sprechen

Erziehungsmethoden und -ratschläge gibt es wie Sand am Meer, meist erhalten Eltern sie ungefragt von Verwandten oder Freunden. Dabei reicht das Spektrum von „strenger Konsequenz“ bis zu „liberaler Erziehung“ und fragt man 7 Mütter, gibt es 8 Meinungen.

Wissenschaftler:innen sind sich allerdings einig, dass Erziehen ohne Schimpfen und Bestrafungen gut für die Entwicklung des Kindes ist. Das liegt vorrangig an den folgenden Gründen:

  1. Keinen Effekt durch Strafen oder Geschimpfe: Kinder, mit denen geschimpft wird oder die eine Strafe erwarten, ändern ihr negatives Verhalten nicht. Das Geschimpfe hat also keinen Nutzen.
  2. Erlernen von Vermeidungsstrategien: Kinder, die häufig mit Schimpfe innerhalb ihrer Erziehung konfrontiert werden, lernen über ihr Verhalten zu lügen. So probieren sie künftig Schimpfe zu vermeiden. Sie entwickeln also Vermeidungsstrategien, anstatt durch Erziehen ohne Schimpfen Lösungsstrategien zu lernen. Das Geschwisterkind wird beispielsweise im Extremfall nicht weniger gehauen, sondern eher in Situationen, in denen es niemand bemerkt.
  3. Negativer Einfluss auf die emotionale Entwicklung: Erziehen ohne Schimpfen hat nicht nur auf die verhaltenstechnische, sondern auch auf die emotionale Entwicklung des Kindes Einfluss. Kinder empfinden durch Schimpfen oder Strafen ein Gefühl der Machtlosigkeit. Ihr Selbstwertgefühl leidet darunter. Und auch die Eltern fühlen sich nicht gut damit, ihr Kind auszuschimpfen. Sie leiden unter einem schlechten Gewissen.
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Die Ursache für Schimpferei liegt oft in einer Hilflosigkeit begründet, verbunden mit einer Stresssituation oder dem Mangel an Alternativen.

Nicht selten haben Eltern Angst, dass Kinder beim Erziehen ohne Schimpfen aus Mangel an Zurechtweisung respektlos oder ungehorsam werden. Diese Angst ist jedoch unbegründet.

3 Dinge, die du beim Erziehen ohne Schimpfen beachten solltest

Erziehen ohne Schimpfen heißt nicht, keine Grenzen zu setzen. Du darfst und musst sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist oder wann es zu viel ist. Deshalb solltest du darauf achten, die folgenden Aspekte in deiner Erziehung ohne Schimpfen stets mit umzusetzen:

  1. Wünsche und Bedürfnisse äußern: Es ist von Vorteil, wenn du deine Bedürfnisse in der Ich-Form äußerst. „Ich will das nicht“, „Es ist mir hier zu laut“ oder „Ich möchte, dass ihr woanders tobt“ sind hier einige denkbare Aussagen. Dabei ist es wichtig, Lösungen anzubieten und das Kind nicht zu bewerten. Ein Kind negativ in der Du-Form zu bewerten, demütigende Worte auszusprechen oder es anzuschreien, aktiviert im kindlichen Gehirn ähnliche Bereiche, wie wenn es geschlagen wird.
  2. Fehler eingestehen und akzeptieren: Grundsätzlich gilt, dass beim Erziehen ohne Schimpfen Fehler gemacht werden dürfen. Du bist keine schlechte Mutter oder kein schlechter Vater, wenn du mal laut wirst. Wichtig ist beim Erziehen ohne Schimpfen, Fehler einzugestehen und sie zuzugeben.
  3. Entschuldigungen nutzen: Der Versuch, Fehler bei der Erziehung gutzumachen, erfüllt für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion. Das bedeutet, dass du dich als Elternteil entschuldigen kannst, wenn du mit deinem Kind geschimpft hast. Eigene Fehler zu entschuldigen, bedeutet nicht, dass du an Autorität verlierst oder dein Kind den Respekt vor dir verliert. Zwar scheint es an einigen Stellen einfacher, Regeln mit Lob und Strafe durchzusetzen, jedoch ist diese Methode auf lange Sicht nicht förderlich für die kindliche Entwicklung. Erziehen ohne Schimpfen erfordert auf elterlicher Seite viel Geduld, Mühe und Selbstreflexion. Mit Kindern auf Augenhöhe zu kommunizieren ist schwierig und muss erlernt werden.

Denke stets daran, dass verbale Gewalt ebenso schlimme Auswirkungen auf die emotional-kognitive Entwicklung von Kindern hat, wie körperliche Gewalt. Derartige Verletzungen sind zu vermeiden. Aus diesem Grund sollten Eltern das Erziehen ohne Schimpfen vorziehen. Mit den genannten Tipps ist das für dich leichter umsetzbar.

Eltern, die ihre Kinder regelmäßig anschreien, müssen dringend an ihrem Verhalten arbeiten. Das Erziehen ohne Schimpfen versetzt Kinder in die Lage, harmonisch mit den Eltern zu leben. Kinder sind nicht in der Pflicht, zu Hause für Harmonie zu sorgen. Diese Verantwortung liegt bei den Eltern und ein harmonisches Zusammenleben kann durch Erziehen ohne Schimpfen erreicht werden.

5 Tipps zum Erziehen ohne Schimpfen

Erziehen ohne Schimpfen erfordert Geduld, Ausdauer und Einfühlungsvermögen. Wenn du Regeln auf freundliche Art und Weise durchsetzen möchtest und einen respektvollen Umgang mit deinen Kindern anstrebst, helfen die folgenden 5 Tipps bei der Umsetzung.

Tipp 1: Entscheide selbst über deine Erziehungsmethode

Nur weil deine Eltern mit dir geschimpft haben, heißt das nicht, dass du diese Erziehungsmethode fortführen musst. Erziehen ohne Schimpfen heißt, sich auf neue Wege einzulassen. Rechne damit, dass die Großeltern oder Freunde damit ein Problem haben. Andere Eltern erziehen ihre Kinder anders und du musst für dich und dein Kind herausfinden, was das Beste ist. Höre in dich hinein: Wie fühlst du dich, wenn du mit deinem Kind geschimpft hast? Welchen Eindruck hast du, wie dein Kind sich fühlt?

Tipp 2: Versetze dich in dein Kind hinein

Kinder sind gut darin, Eltern an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Manchmal kommt das kindliche Verhalten einem bösartigen Plan gleich und Eltern reagieren mit Geschimpfe oder Strafen. Mach dir klar, dass Kinder die Welt anders wahrnehmen als du. Kinder kennen keine Termine oder Gefahren und wollen die Welt auf ihre Weise entdecken. Sie tun nie etwas aus Boshaftigkeit, sondern handeln so, wie sie es können oder wie es für sie richtig erscheint. Diese Ansichten unterscheiden sich von denen Erwachsener. Lasse dich davon nicht provozieren, sondern versuche Verständnis für dein Kind aufzubringen. Versetze dich zum Erziehen ohne Schimpfen in dein Kind hinein: Was könnte der Grund für das Verhalten sein? Wie würdest du dich an der Stelle deines Kindes fühlen? Erziehen ohne Schimpfen basiert auf Empathie und Einfühlungsvermögen. Wenn du die Welt aus Kinderaugen betrachtest, wirst du verstehen, dass Schimpfen nichts bringt.

Tipp 3: Identifiziere typische Stresssituationen

Um das Erziehen ohne Schimpfen in den Alltag zu integrieren, kann es helfen, die typischen Stresssituationen zu erkennen. Dies kann der Supermarkt-Besuch, das abendliche Zähneputzen oder ein Wutanfall sein. Frage dich, in welchen Situationen du zum Schimpfen neigst und versuche, diese Situationen von vorneherein zu entschärfen.

  • Plane zum Beispiel mehr Zeit ein: Oftmals führt Zeitdruck zur Eskalation einer Situation. Plane mehr Zeit ein, wenn du weißt, dass Zeitdruck dich und dein Kind zusätzlich stresst.
  • Bereite Reaktionen vor: Wenn dein Kind aus der Kita oder Schule kommt, ist es erschöpft und von den Eindrücken des Tages überflutet. In dieser Situation kann es passieren, dass dein Kind den Frust oder andere Emotionen bei dir ablädt. Mache dir das bewusst und versuche vorher eine ruhige Reaktion vorzubereiten.
  • Vermeide Erwartungsdruck: Erziehen ohne Schimpfen erfordert viel Selbstreflexion. In bestimmten Situationen erwarten Eltern von ihren Kindern besonders gutes Benehmen. Diesen Druck spürt dein Kind und benimmt sich erst recht daneben. Versuche, diese Situationen entspannt anzugehen und keinen Druck auf dein Kind auszuüben. Besprecht gemeinsam vorab, was angebracht ist und was nicht.

Tipp 4: Lasse dein Kind Erfahrungen sammeln

Wenn dein Kind alt genug ist und sich aus der Situation keine Gefahr ergibt, lass es die Konsequenzen seines Handelns erfahren. Erkläre deinem Kind vorab, was passiert, wenn es etwas tut oder nicht tut. Zum Beispiel: „Wenn du deine Wäsche nicht in den Wäschekorb legst, wasche ich sie nicht und du hast nichts mehr zum Anziehen“. Ziehe diese Maßnahme durch. Beim Erziehen ohne Schimpfen sind Durchhaltevermögen und Nervenstärke gefragt. Kinder benötigen diese Lerneffekte, um Selbstwirksamkeit zu erfahren. Biete deinem Kind beim Erziehen ohne Schimpfen Unterstützung an, wenn es etwas nicht verstanden hat.

Tipp 5: Fördere die Eigenverantwortung deines Kindes

Bei älteren Kindern hilft es, sie mit in die Strukturierung des Alltags einzubeziehen. Frage dein Kind, wie es den Tag entspannter gestalten würde. Beim Erziehen ohne Schimpfen ist es wichtig, die Vorstellungen der Kinder mit einzubeziehen. Einigt euch zum Beispiel auf einen Zeitpunkt, bis zu dem der Flur gesaugt werden muss. Dein Kind kann selbst entscheiden, wann es diese Aufgabe erledigt. Beziehe kleinere Kinder beim Erziehen ohne Schimpfen mit ein, indem du sie zur Reflektion anregst. Frage dein Kind: "Findest du es nicht zu spät, um durch die Wohnung zu rennen? Dein kleiner Bruder ist müde und möchte schlafen." So regst du Kinder zum Mitdenken an und förderst die Eigenverantwortung deines Kindes.

Erziehen ohne Schimpfen: Geduld als Schlüssel zum Erfolg

Es zeigt sich: Unter der Beachtung einiger Voraussetzungen und mithilfe der oben aufgeführten Tipps lässt sich das Erziehen ohne Schimpfen gut umsetzen. Wichtig ist, Geduld zu haben und der Familie Zeit zu geben, sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Vielleicht werden deine Kinder anfangs misstrauisch sein und dich auf die Probe stellen. Lasse dich davon nicht aus der Ruhe bringen, sondern sei konsequent im Erziehen ohne Schimpfen. Umso schneller werden sich positive Ergebnisse zeigen.

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