Ist ein Coming Out heute noch notwendig?

Das Coming Out stellt für viele Menschen der LGBTQIA+-Community ein einschneidendes Erlebnis dar. Dabei ist das Coming Out oftmals weniger ein punktuelles Ereignis: Von der Erkenntnis, dass die eigene Liebe anders als die von der Gesellschaft als „normal“ angesehenen ist, die Akzeptanz darüber, das Bekennen vor Familie und Freunden bis zum alltäglichen Umgang mit Situationen, in denen sexuelle Orientierung thematisiert wird und Menschen sich outen „müssen“, ist es ein Prozess. Obwohl Menschen, die sich als LGBTQIA+ identifizieren, als selbstverständliche Mitglieder der Gesellschaft akzeptiert sind, begegnen sie auch in Deutschland noch immer Vorurteilen, Diskriminierung und Ablehnung. Das Coming Out kann einem Befreiungsschlag gleichkommen, doch damit sind unter Umständen auch Ängste verbunden: Wie sieht die Akzeptanz im direkten Umfeld aus? Hat das Coming Out Auswirkungen auf den Job, die Schule oder Uni?

Warum wird ein Coming Out nicht von Heteros erwartet?

Von queeren Personen wird häufig erwartet, dass sie sich vor ihren Mitmenschen als nicht-hetero outen. Das Coming Out ist dann etwas Mutiges. Mit Blick auf die Geschichte der queeren Community ist dies nicht unbedingt verwunderlich, und auch heutzutage kann ein Coming Out leider noch immer Ablehnung oder Diskriminierung nach sich ziehen. Doch seit einigen Jahren zeigen sich verstärkt erfreuliche Entwicklungen: LGBTQIA+ wird beispielsweise in Filmen und Serien vermehrt aufgegriffen. Die Botschaft, dass queere Personen mehr sind als nur ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität, kommt so mehr und mehr in der Gesellschaft an: Wer nicht heterosexuell ist, ist nicht nur homosexuell, bi oder pansexuell.

Dennoch: Menschen gelten in der Gesellschaft als cisgender und heterosexuell, bis ein Gegenbeweis erfolgt. Wer nicht heterosexuell ist, muss sich „outen“, mitteilen, dass er oder sie „anders“ ist als bisher vom Umfeld angenommen. Dabei ist „Outingkein einheitlich genutzter Begriff: Personen outen sich ebenso als HSV-Fans oder Kaffee-Junkies – als wäre das Coming Out in Bezug auf die eigene Sexualität mit der Scham über den übermäßigen Konsum eines koffeinhaltigen Heißgetränks gleichzustellen. Queere Personen sind also scheinbar die einzigen, die bekanntgeben müssen, wen sie lieben.

Coming Out und Gleichberechtigung

Wird es also, solange queere Personen sich outen, keine Gleichberechtigung geben? Erwähnen Menschen während eines Gesprächs ihre:n gleichgeschlechtliche:n Partner:in oder erzählen freimütig von ihrem letzten Date ohne sich vorher eindeutig geoutet zu haben, muss ihr Umfeld diese „Information“ erst einmal „verarbeiten“. Das ist keine Gleichberechtigung. Dieses „light Outing“, normal und offen mit der eigenen Sexualität umzugehen, wenn sie nicht den heteronormativen Standards der Gesellschaft entspricht, ist für viele Menschen noch immer befremdlich – weshalb ein Coming Out von einigen Personen als notwendig angesehen wird. Dabei entspricht ein „light Outing“ weniger einem realen Coming Out als vielmehr dem selbstverständlichen Umgang mit der eigenen Sexualität.

Für andere Menschen kommt das aktive Coming Out einem Befreiungsschlag gleich und gehört zur Selbstfindung hinzu. So fällt unter Umständen eine lang getragene Last ab oder Personen präsentieren sich stolz bezüglich ihrer Geschlechtsidentität. Entscheidend für die Gleichberechtigung aller Menschen ist jedoch, wie mit dem Thema Coming Out in Zukunft umgegangen wird. Die Neutralität gegenüber allen Facetten sexueller Orientierung und der Geschlechtsidentitäten ist der einzige Weg, um für alle Personen eine Gleichstellung zu erreichen. Anstatt einem Coming Out übermäßig viel Bedeutung beizumessen, sollten gesunde Beziehungen aller Art als normal angesehen werden. Solange alles abseits der Heteronormativität als abweichend eingestuft wird, ist Sexualität eine Klassifizierung, die die Vielfalt ausblendet, die sie eigentlich besitzt.

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